1. Was ist "Refill"?
Gebrauchte Tintenpatronen oder Tonerkartuschen, die mit neuer Tinte bzw. Toner (aber im Gegensatz zu Rebuilt ohne
Austausch der Bildübertragertrommel) wieder aufgefüllt wurden. Beim industriellen Refill wurde der Druckkopf außerdem
gereinigt und getestet, weshalb für diese Produkte eine Gewährleistung durch den Hersteller des Refills erfolgt.
Das Selbstauffüllen gebrauchter Tintenpatronen mit Hilfe von Refill-Sets (meist Spritzen, z.B. Refillin® erfolgt dagegen
ohne Gewährleistung.
2. Was bedeutet "Rebuilt"?
Tonerkartuschen für Laserdrucker, die demontiert, mit neuer Bildübertragertrommel (OPC-Einheit), neuem Toner/Entwickler
und ggfs. neuen Abstreifern und Reinigungsstäben ausgerüstet wurden. In den meisten Fällen muß beim Erwerb entsprechendes
Leergut abgegeben werden.
3. Was meinen wir mit "Substitut"?
Preisgünstige Farbbänder, Tintenpatronen oder Tonerkartuschen (ohne Bildübertragertrommel) von Herstellern, die vom
eigentlichen Gerätehersteller (siehe Original) unabhängig sind. Im Gegensatz zu Refill - oder Rebuilt - vollkommen
neu produzierte Teile, für die in der Regel kein Leergut abgegeben werden muß.
4. Was verstehen wir unter "Original"?
Ausschließlich das vom Hersteller des jeweiligen Gerätes angebotene Verbrauchsmaterial. Als Original gelten auch Produkte von
Herstellern baugleicher Geräte, die ggf. unter Ausschaltung von Kompatibilitätssperren eingesetzt werden können, z.B. passen
viele Toner von Canon in HP-Drucker und umgekehrt.
5. Kann jede Tintenpatrone nachgefüllt werden?
Theoretisch ja. In der Praxis empfehlen wir das Nachfüllen nur bei Tintenpatronen mit Schaumstofftank und angebautem Druckkopf, da hier
bei sachgemäßem Wiederauffüllen keine Gefahr für den Drucker besteht. Voraussetzung ist das Funktionieren des Druckkopfes, was vor dem
Befüllen durch einen Düsentest sichergestellt werden sollte.
Thermische Tintenstrahldrucker stoßen winzige Tintentröpfchen aus, indem sie einen Teil der Tinte schlagartig verdampfen. Die dabei
verbleibenden Rückstände setzen die Düsen des Druckkopfes langsam, aber unaufhaltsam zu. Diese Ablagerungen können beim Wiederauffüllen
nur bedingt entfernt werden. Mit jedem Auffüllen steigt somit die Wahrscheinlichkeit, daß einzelne Düsen und letzlich der gesamte Druckkopf versagen.
Bei Tintenstrahldruckern mit fest eingebautem (nicht austauschbarem) Druckkopf raten wir vom Befüllen gebrauchter Tanks ab - sicherer ist
hier die Verwendung preisgünstiger Substitute.
6. Trotzdem der Statusmonitor meines Druckers "Tinte leer" anzeigt, wird weiter fehlerfrei gedruckt. Wie kommt das?
Da es kaum zuverlässige Verfahren zur Ermittlung des tatsächlichen Tintenvorrates gibt, verwenden viele Hersteller "theoretische
Zähler", die beim Einsatz einer neuen Tintenpatrone automatisch oder durch den Nutzer (meist mit Anfrage "neue oder gebrauchte Patrone?")
auf "100%" bzw. "voll" gestellt werden und je nach Tintenbedarf "rückwärts zählen". Diese Zählung erfolgt recht konservativ, d.h.
die Patrone wird meist frühzeitig als "leer" gemeldet. Bei Druckern mit Wegwerfdruckköpfen kann ohne Gefahr weitergedruckt werden, bis
die Tinte tatsächlich aufgebraucht ist.
7. Der Statusmonitor meines Druckers zeigt noch Tinte an, er druckt aber nicht bzw. nur unvollständig. Was ist passiert?
Hier bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder sind Düsen im Druckkopf verstopft - Abhilfe sollte hier eine Druckkopfreingung schaffen (zu
den Gründen der Verstopfung siehe Frage 5 und Frage 8 oder aber der Tintenzähler des Druckers wurde durch unsachgemäßen Tausch der Patronen bzw. einen technischen
Fehler "durcheinander gebracht" - nach Einsatz einer neuen Tintenpatrone sollte der Zähler wieder auf "100%" bzw. "Tinte voll" stehen bzw. muß durch Benutzereingaben
so eingestellt werden.
8. Warum trocknen die Düsen bei Tintenstrahldruckern ein?
Bei Tintenstrahldruckern besteht generell die Gefahr des Eintrocknens der Düsen im Druckkopf, da die Tinte auch bei
Nichtbenutzung des Druckers trotz Abdichtung verdunstet. Deshalb verfügen alle Tintenstrahldrucker über Reinigungsfunktionen, die
beim Einschalten oder auf Benutzeranforderung ausgeführt werden. Bei geringem Druckaufkommen sollte mindestens aller 14 Tage ein
Düsentest oder eine Testseite gedruckt werden (ist in den meisten Fällen ohne Einschalten des PC's möglich), um das Eintrocknen zu
verhindern.
9. Obwohl noch genug schwarze Tinte vorhanden ist, druckt mein Drucker keine Grautöne bzw. nur in falschen Farben. Warum?
Viele Drucker mischen die Farben cyan, magenta und gelb zu Grautönen, da sich für das menschliche Auge so bessere Grautonabstufen erzeugen lassen als durch das Rastern
("ein-Punkt/kein-Punkt") mit schwarzer Tinte. Ist eine der drei Farbtinten aufgebraucht, entstehen falsche Färbungen. In Abhängigkeit vom Druckertreiber kann man den Rasterdruck
mit schwarzer Tinte wählen, andernfalls bleibt nur der Ersatz der farbigen Tintenpatrone(n).
10. Was sind Kompatibilitätssperren?
Meist gut versteckte, aber für die Funktion unbedeutende kleine bauliche Veränderungen (Nasen, Schlitze, Code-Streifen o.ä.) an
Tintenpatronen und Tonerkartuschen von Originalherstellern (fast) baugleicher Geräte. Die neu produzierten oder wiederaufgearbeiteten
Produkte unabhängiger Hersteller passen durch Weglassen bzw. Entfernung der Sperren in der Regel in alle Geräte gleicher Bauart.
Hinweis: Die angegebenen Marken- und Produktnamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Firmen und dienen nur der Kennzeichnung.
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